Wann du Samen vorkeimen solltest

Written by Ernte-Admin

In unserem Artikel „Vorkeimen – Wie man Samen zum Keimen bringt“ gehen wir auf den Prozess des Vorkeimens ein. Wenn auch du deine Samen vorkeimen willst, um schnellen und sicheren Erfolg mit deiner Aussaat zu haben, bist du genau richtig bei uns.

Bevor du beginnst, solltest du dir überlegen, wie praktikabel das Vorkeimen ist und ob es sich lohnt. Es gibt verschiedene Gründe, Samen vorzukeimen: Mal aus Zeitgründen. Mal um besonders sparsam mit seltenem Saatgut umzugehen. Mal weil der Samen ohne die Prozedur gar nicht keimen würde.

Eine geringe Anzahl an Samen verringert natürlich den Aufwand. Wenn du sehr viele Samen hast, zum Beispiel wenn du ein Beet mit Pflücksalat anlegen willst, oder mehrere Blumenkästen mit Radieschen, dann ist das Vorkeimen nicht sehr praktikabel. Gleiches gilt für sehr kleine Samen wie Möhren/Karotten oder Streusamen wie Wildblumen oder Kresse. Wenn du auch hier um jeden Preis das Keimen beschleunigen willst empfehlen wir Methode 3 unseres „Vorkeimen“-Artikels: Das Vorkeimen mit Gel.

Samen vorkeimen – Grund 1: Du säst Pflanzen mit besonderen Ansprüchen.

Grundsätzlich muss kein Samen vorgekeimt werden, es sei denn, es wird auf der Pflanzanleitung ausdrücklich gefordert. Es gibt aber Pflanzen, die bekannt dafür sind, dass sie „schlecht keimen“. Das bedeutet nicht, dass die Pflanzen einfach schlechte Samen produzieren, sondern weist darauf hin, dass der Samen besondere Ansprüche hat. Diese Ansprüche sind unter normalen Umständen schwer zu erfüllen, sodass nur wenige oder gar keine Samen aufgehen. Solche notorischen Mimosen sind beispielsweise Sellerie, Pastinaken, Rosmarin, Petersilie und einige alte Chili-Sorten. Petersilie beispielsweise sollte 48h eingeweicht werden, bevor sie gesät wird (Wasser zwischendurch austauschen und die Samen in diesem speziellen Fall beim ersten Aufguss heiß übergießen!).

Zudem gibt es einige besondere Spezialfälle: Samen, die erst mit Feuer in Kontakt kommen müssen, Eukalyptus zum Beispiel, oder Samen die nur dann aufgehen, wenn ein Winter vorüber ist, die also leichtem Frost ausgesetzt werden müssen um. Birne ist hier ein gutes Beispiel.

Samen vorkeimen – Grund 2: Du hast es besonders eilig

Manche Pflanzen, wie zum Beispiel die Erbse, wachsen auch bei niedrigen Temperaturen recht ordentlich und können sogar leichte Fröste überstehen. Man könnte also meinen, die Erbse sei das perfekte Früh-Gemüse. Allerdings gibt es einen Haken: die Erbse keimt zwar bereits bei Bodentemperaturen von 6°C, braucht dazu aber mehrere Wochen. Erst bei Bodentemperaturen von 14 °C, also normalerweise Ende Mai, legt sie so richtig los und keimt in etwas unter 2 Wochen. Das macht dem Frühgemüse einen Strich durch die Rechnung, wenn man nicht gerade ein Gewächshaus hat. Oder: man keimt die Erbsen vor! Haben sie einmal ausgetrieben, kann man sie getrost auch in kalten Boden pflanzen. Zum wachsen (wenn auch langsamer) reicht die Temperatur dann meist aus.

Damit es mit dem eiligen Gärtnern auch klappt, sollte man sich gut informieren, bei welcher Mindesttemperatur die Pflanzen wachsen können und welche Temperatur ideal zum Keimen ist. Dementsprechend lässt du die Samen bei Idealtemperatur und viel Feuchtigkeit nach den Methoden 1 bis 3 keimen und kannst Sie dann bei Bodentemperaturen ausgesät/ausgepflanzt oder eben in deine Anzuchtgefäße geben. Auf diese Weise kannst du je nach Pflanze mehrere Wochen Zeit sparen.

Samen vorkeimen – Grund 3: Du hast seltenes oder teures Saatgut

Bei der Aussaat von Pflanzen, egal ob im Freien oder im Zimmer, kann einiges schief gehen. Darum ist es oft üblich ein oder sogar mehr Samen in ein Pflanzloch bzw. ein Anzuchtgefäß zu geben, damit dann auch sicher wenigstens ein Samen aufgeht. Sollten dann doch mehrere Samen keimen, so werden die schwächeren abgeschnitten, sodass nur der Stärkste verbleibt, der von da an den Platz allein nutzen darf.

Das ist eindeutig nicht die sparsamste Art, Saatgut zu verwenden und kann bei seltenen oder teuren Samen eine regelrechte Verschwendung sein. Sicher kann man die Samen auch pikieren, anstatt die schwächeren zu vernichten aber auch beim Pikieren gibt es ein nicht unerhebliches Risiko, dass die Pflänzchen beschädigt werden.

Wenn du sparsam sein willst, solltest du genau so viele Samen vorkeimen, wie du später Pflanzen benötigst. Die gekeimten Samen kannst du dann je am vorgesehen Platz einsetzten ohne weitere Samen zu verschwenden. Sollten einige Samen nicht auf das Vorkeimen reagieren, so können entsprechend weitere Samen gekeimt werden. So hältst du den Verbrauch bei einem Minimum.

Da das Keimen schneller von Statten geht, verringerst du zusätzlich das Risiko, dass der Samen vor dem Auskeimen in der feuchten Erde fault oder von Schimmel befallen wird. Ebenso verhinderst du, dass der wertvolle Samen abstirbt, weil er während des Keimens ausgetrocknet.

Samen vorkeimen – Grund 4: Du hast altes oder minderwertiges Saatgut

Altes oder minderwertiges Saatgut neigt dazu, dass selbst unter Idealbedingungen nur ein geringer Prozentsatz der Samen keimt. Viele Samen sind bereits abgestorben oder derart beschädigt, dass sie nicht mehr aufgehen. Wenn du nun jeden Samen in ein extra Pflanzgefäß gibst, wirst du am Ende mit vielen leeren Töpfen dastehen. Noch schlimmer ist es bei der Aussaat direkt ins Beet: du riskierst, dass große Lücken entstehen, während andere Stellen vieleicht völlig überbevölkert sind.

Vorkeimen verschafft dir hier mehr Planbarkeit. Alle Samen bekommen die Chance, unter Idealbedingungen zu keimen. Die, die es geschafft haben, werden ausgesät. So weißt du sehr schnell, dass du aus 100 Samen am Ende zum Beispiel nur 10 Keimlinge erhalten hast. Dementsprechend kannst du Anzuchttöpfe und Beete vorbereiten, ohne Platz zu verschwenden oder gegebenen Falls neues Saatgut besorgen.

Du hast dich nun entschlossen, deine Samen vorzukeimen? In unserem Artikel „Vorkeimen – Wie man Samen zum Keimen bringt“ findest du drei Methoden für ein erfolgreiches Vorkeimen. Viel Erfolg!

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