Die 8 besten Aussaat-Tipps

Written by Ernte-Admin

Wir ernten was wir säen! Dieser Spruch hat nirgendwo mehr Relevanz als beim Gärtnern. Unsere 8 Aussaat-Tipps sollen dir dabei helfen, deine Aussaat so erfolgreich wie möglich zu gestalten. Abgesehen zu diesen 8 grundlegenden Hinweisen für erfolgreiches Aussäen haben wir ein auch Tipps für die Aussaat direkt im Freien und die frühe Anzucht im Zimmer. Los geht’s!

Unsere Aussaat-Tipps – Nr. 1: Rechtzeitig planen und einkaufen

Da bekanntlich der frühe Vogel den Wurm fängt, sollte man an die Aussaat schon denken, wenn das junge Jahr gerade eben erst das Licht der Welt erblickt hat. Viele gute Gärtner planen ihren Garten frühzeitig und durchsuchen vorfreudig die Gartenkataloge nach neuen Sammlerstücken der Flora. Im normalen Leben bin ich eher eine Eule und halte nichts davon, die Dinge zu überstürzen. Was das Gärtnern angeht kann ich es jedoch kaum erwarten, mir wieder die Hände schmutzig zu machen. Plane deinen Garten frühzeitig und achte darauf, dein Saatgut rechtzeitig zu bestellen. Denn Saatgut, besonders von seltenen Sorten, ist begrenzt. Hoffentlich hast du unsere Aussaat-Tipps rechzeitig gefunden. 
Wer keine Samen kaufen will, sollte Samen aus dem Vorjahr gut aufbewahren und Samenbörsen besuchen, auf denen Saatgut getauscht wird. Dort verbergen sich die wahren Schätze!

Unsere Aussaat-Tipps – Nr. 2: Kenne die Bedürfnisse deiner Samen

Der zweite unserer Aussaat-Tipps dreht sich um eine eigentliche Selbstverständlichkeit: Informationen nutzen! Wenn du dich entschieden hast, was du aussäen möchtest, solltest du dich zu dieser Pflanze detailliert also informieren: Wie warm oder kalt muss es sein, damit  der Samen keimt? Solltest du ihn tief in die Erde legen oder nur ganz leicht mit etwas Dreck bestreuen: handelt es sich also um einen Licht- oder einen Dunkelkeimer? Wie viel Zeit braucht die Saat um aufzugehen und welche Bedingungen sollten anschließend für den Keimling geschaffen werden?

Wie du das rausfindest? Lies die Pflanzanleitung auf dem Samenpaket gründlich oder mach dich im Internet schlau. Den Namen deiner Samensorte solltest du auf jedenfall vorher in Erfahrung bringen. Informiere dich und ganz wichtig: Folge den Anweisungen! Hier findest du unsere Tabelle mit den wichtigsten Informationen zu Aussaat-Tiefe und Keim-Temperatur für 68 Gemüse und Kräuterpflanzen.

Unsere Aussaat-Tipps – Nr. 3: Samen vorkeimen lassen

Damit deine Pflanzen einen perfekten Start hinlegen, lohnt es sich bei einigen Samen, sie vorkeimen zu lassen. Besonders Basilikum oder Petersilie sind wahre Mimosen und profitieren vom vorkeimen. Aber auch bei Tomaten, Chili, Paprika und Auberginen lohnt sich die kurze Prozedur. Wie genau das Vorkeimen von statten geht, was du beachten musst und wie du entscheiden kannst, ob ein Samen vorgekeimt werden kann oder nicht erfährst du hier.

Unsere Aussaat-Tipps – Nr. 4: Finde die passenden Anzucht-Gefäße

Wenn du das erste mal Pflanzen selber aussäst ist es sicher die einfachste und beste Lösung, auf vorgefertigte Aussaat-Töpfe mit Substrat aus dem Fachhandel zurückzugreifen. Ansonsten sind der Fantasie aber keine Grenzen gesetzt:
Es eignen sich normale Blumentöpfe mit Untersetzer; spezielle Quader aus Kokosfasern, die du später mitsamt dem Sämling im Garten eingräbst; selbstwässernde Töpfe aus Plastikflaschen; Eierkartons, die du mit Erde füllst und auf Plastikschalen stellst; die Plastikschalen selber, z.B. solche, in denen Pilze, Gemüse oder Pfirsiche verkauft werden (denk an Abflusslöcher!); Klopapierrollen, für die du einen Boden faltest und sie anschließend auf Untersätzer stellst; Trinkbecher mit Abflusslöchern…

Folgendes gilt es zu beachten:

  • Wähle entweder ein Gefäß, dass groß genug ist, sodass dein Sämling nicht umgetopft werden muss oder achte darauf, dass das Umtopfen einfach und ohne Beschädigung der Wurzeln von statten gehen kann. Eine weite Öffnung des Gefäßes ist zum Beispiel unerlässlich, wenn du vorhast, den Inhalt mitsamt des Keimlings und des Wurzelballens herauszustürzen und umzutopfen.
  • Wasser muss abfließen können, da Staunässe die Wurzeln faulen lässt und den Keimling abtötet, achte also auf Abflusslöcher oder ein durchlässiges Material wie Pappe
  • Ein Selbstwässerungssystem oder ein Untersätzer hilft dir, Austrocknung zu vermeiden. Achte aber darauf, dass das Wasser nicht zu  hoch im Untersetzer steht und sich keine Staunässe bildet.
  • Wenn du Pappe oder ein anderes poröses Material verwendest, kann es sein, dass die Wurzeln des Sämlings in das Material hineinwachsen. Du solltest also so planen, dass du den Sämling schon früher umtopfst. Alternativ kannst du ihn mitsamt des Papier-/Papp-Gefäßes in der Garten oder das nächstgrößere Gefäß umpflanzen. Denn idealerweise solltest du das Gefäß nicht entfernen, an dem der Sämling bereits festgewachsen ist. Damit beschädigst du das empfindliche und noch schwach ausgebildete Wurzelgeflecht. Im schlimmsten Fall führt das zum Absterben, in jedem Fall aber zu einer Schwächung der Pflanze.

Unsere Aussaat-Tipps – Nr. 5: Erde feucht halten

Noch bevor Wärme und Licht eine Rolle spielen braucht der Samen vor allem eins: Feuchtigkeit! Das kleine Korn saugt sich mit Wasser voll, schwillt an und der Keimling beginnt langsam, die Samenhülle zu sprengen. Solange sich noch keine Blätter gebildet hat, muss die Erde immer feucht gehalten werden. Hat der Prozess des Keimens erst einmal begonnen, kann er nicht angehalten werden, Trockenheit führt dann zum Absterben des Keimlings.
Am besten eignen sich selbstwässernde Töpfe oder Mini-Gewächshäuser dazu, ein gleichmäßiges Level an Feuchtigkeit zu gewährleisten. Beides kannst du auch ganz leicht und aus meist kostenlosem Material selbst bauen. Ansonsten gibt es schicke und praktische Lösungen online und im Gartencenter zu kaufen. Wenn du auf keine dieser Lösungen zurückgreifen willst, musst du sicherstellen, dass die Erde 2 mal täglich mit einer Sprühflasche angefeuchtet wird.

Unsere Aussaat-Tipps – Nr. 6: Sämlinge Ausdünnen

Wenn du die  soweit Aussaat-Tipps beachtet hast und die Keimlinge ihr erstes „echtes“ Blattpaar gebildet haben, ist das gröbste schon überstanden. Keimlinge bekommen zunächst ein „falsches“ Blattpaar, das meist glatt und rund oder länglich-oval ist. Das erste „echte“ Blattpaar ist also eigentlich das zweite Blattpaar und es hat die Form der späteren Pflanzenblätter.

Um sicher zu gehen, geben viele Gärtner mehr als ein Samenkorn in ein Pflanz-Gefäß bzw. in ein Pflanzloch. Wenn nun zwei oder mehr Keimlinge gewachsen sind, ist der Zeitpunkt gekommen um die schwächeren Pflanzen auszudünnen. Nur der stärkste und größte Keimling bleibt übrig und kann von da an den Topf bzw. die Pflanz-Stelle allein nutzen. Die anderen Sämlinge werden direkt oderhalb der Erde vorsichtig abgeschnitten. Auf keinen Fall solltest du die Pflänzchen herausreißen! Dabei könntest du die kleine Wurzel des stärksten Keimlings beschädigen und würdest am Ende ohne Pflanzen dastehen. Zumindest sind das unsere Erfahrungen.
Diese Art des Ausdünnen darf nicht mit Vereinzeln oder Pikieren verwechselt werden. Denn beim Vereinzeln werden alle Keimling behalten und sehr vorsichtig entnommen und umgepflanzt, um ihnen mehr Platz zu geben. Beim sorgfältigen und vorsichtigen Vereinzeln werden die Wurzeln leicht beschädigt, was das Wachstum der Wurzeln anregt.

Unsere Aussaat-Tipps – Nr. 7: Schädlinge, Schimmel, und andere Krankheiten vermeiden

Die feuchte Erde ist notwendig, aber gleichzeitig ein großer Risikofaktor für Schimmel. Besonders wenn die Erde zu nass ist, beschleunigt das den Schimmelwuchs. Das ist nicht nur unappetitlich, es kann auch für deine Sämlinge zur Gefahr werden, wenn Schimmelsporen in Mikroverletzungen der Pflanze eindringen und den Sämlingen schädigen oder abtöten.

Um Schimmel zu vermeiden sollten die Anzuchttöpfe immer gut belüftet sein. Wenn du ein Mini-Gewächshaus nutzt, befolge die Gebrauchsanweisung und öffne das Gewächshaus gegebenenfalls zusätzlich, wenn sich vermehrt Kondens-Tropfen bilden.

Wie oben schon erwähnt solltest du zur Anzucht sterilisierte Erde verwenden. Damit reduzierst du das Risiko, Pilze oder Schädlinge in die Wohnung einzuschleppen. Wenn du Zimmerpflanzen hast, die sich mit Schädlingen oder Krankheiten abmühen, solltest du diese idealerweise gesund pflegen, bevor du mit der Aussaat beginnst oder zumindest dafür sorgen, dass die Sämlinge nicht im selben Raum gezogen werden.

Alle Materialien wie Schaufel, Töpfe, Pflanzschalen, Untersetzer, Gewächshaus-Abdeckungen oder Ähnliches sollten mit heißem Seifenwasser gereinigt werden, bevor du sie benutzt. Das hört sich nach enorm viel Aufwand an, aber jeder, der schon mal eine ganze Generation Sämlinge an eine Invasion von Trauermücken-Larven verloren hat wird mir zustimmen, dass es sich lohnt.

Unsere Aussaat-Tipps – Nr. 8: Sämlinge abhärten

Klingt komisch, ist aber so: Pflanzen müssen an die wechselnden Temperaturen im Garten oder auf dem Balkon erst gewöhnt werden. Sonst hast du unsere Aussaat-Tipps am Ende umsonst beachtet. Das gilt besonders im Frühling, wenn die Temperaturdifferenzen enorm hoch sein können. Solltest du ein Gewächshaus, eine verglaste Veranda oder einen hellen aber kühlen Hausflur haben, ist der Prozess recht leicht zu bewältigen. Platziere die Setzlinge für drei bis vier Tage im Gewächshaus/Hausflur/in der Veranda. Dort können sie sich an die kühleren Temperaturen gewöhnen und ebenso an Schwankungen zwischen Tag und Nacht. Anschließend solltest du die Pfalzen für ein, zwei Tage tagsüber ins Freie stellen und nachts wieder ins Gewächshaus/ect. holen. Wenn jegliche Frostgefahr im Garten vorüber ist, können deine Zöglinge ausgepflanzt werden.

Du hast keinen passenden Ort? Dann kannst du deine Pflanzen auch über den Zeitraum von einer Woche tagsüber ins Freie stellen. Beginne mit wenigen Stunden um die Mittagszeit, am besten an einer sonnige Hauswand. Nach und nach erhöhst du dann die Stundenzahl, die die Pflanzen draußen verbringen. Nach 7 Tagen sollten sie auch die Nacht im Garten ohne Probleme überstehen (sofern es nicht friert) und können anschließend ausgepflanzt werden.

 

Viel Erfolg! Und immer dran denken: Wir ernten was wir säen!

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